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Jack

Jacks Beschreibung vom Tierheim:

Jack ist ein absoluter Notfall. Er ist sieben Jahre alt und seit Januar 2006 im Tierheim.

Die letzten zwei Jahre ging niemand mehr mit ihm spazieren, er lebte im Garten und war an einem Holzverschlag angebunden. Die ehemaligen Besitzer hatten nicht festgestellt, dass er nur noch 2% Sehfähigkeit besitzt, also blind ist.

Jack spielt gerne, geht auch gerne spazieren und er ist verschmust. Jack kennt auch Katzen. Er könnte gut zu einer Hündin vermittelt werden, der er sich anschließen kann. Aufgrund seiner Blindheit suchen wir für Jack verständnisvolle Leute, wo Jack sich erst einmal in Ruhe einleben darf. Ein schöner eingezäunter Garten würde ihm sehr gefallen. Größere Kinder sind auch kein Problem.

Jack ist geimpft, entwurmt, gechipt und kastriert. Wer möchte ihm noch eine Chance auf ein neues Zuhause geben?

Bei Interesse bitte melden bei

Elke Riel, privat 0211 / 15 25 05 (ab 20.00 Uhr, tagsüber AB) oder 0171/4376576 oder eriel1@mmm.com

Tierschutzverein für den Kreis Neuss e.V. Tierheim Oekoven
Neurather Str. 1
41569 Rommerskirchen
Tel/Fax: 02183/7592
www.tierheim-oekoven.de


01. August 2006:

Frau Leinichen, die nicht weit weg vom TH Oekoven wohnt, hat Jack heute besucht. Sie berichtet:

Jack ist ein sehr schöner, toller, typischer Boxer. Seine Blindheit stört ihn gar nicht, wenn er mal irgendwo dagegen läuft – auch nicht schlimm. Er hat das Kraulen und Knuddeln und die Leckerlis sehr genossen, die sie ihm mitgebracht hat.

Jack wäre wahrscheinlich bei einer Hündin, an der er sich orientieren kann, gut aufgehoben.

Frau Leinichen wird Jack jetzt jede Woche besuchen und mit ihm spazieren gehen.

Wir werden Kontakt mit der Tierheimleitung halten und in Erfahrung bringen, ob Jack eventuell durch eine OP geholfen werden kann.


07. August 2006:

Das Ehepaar Leinichen hat Jack heute wieder besucht. Jack läuft fröhlich und bedenkenlos an der langen Leine. Allerdings scheint mit seinem Gehör auch etwas nicht in Ordnung zu sein. Auf Geräusche reagiert er nur verlangsamt oder gar nicht.

Wir haben die Tierheimleitung um die Diagnose des Tierarztes gebeten und werden gemeinsam besprechen, ob wir Jack helfen können.


22. August 2006:

Das Tierheim hat Jack einem Spezialisten vorgestellt, und leider lautet seine Diagnose auch nicht anders als die des Tierarztes: Jack ist fast blind, und es kann nichts für ihn getan werden, da der Sehnerv nicht richtig ausgebildet ist. Die Tierheimleiterin meint, dass er im Nahbereich sehen kann.


08. Oktober 2006:

Jack hat ein Zuhause gefunden. Er ist zu einer Boxerhündin in den Raum Hannover gezogen.

Viel Glück, Jack!

20.11.2006:

Am 03.10.2006 bin ich von meiner neuen Familie aus dem Tierheim in Neuss abgeholt worden. Nach einer dreistündigen Autofahrt bin ich dann in der Nähe von Hannover in meinem neuen Zuhause angekommen. Die beiden Zweibeiner haben mir schon ganz gut gefallen. Eine Überraschung war dann, dass da noch mehrere Vierbeiner auf mich gewartet haben. Da ist einmal Elfie – eine junge Boxerhündin und zwei Katzendamen – die zwölfjährige Minki und die dreibeinige dreijährige Maggie. Wir alle wohnen in einem Haus mit einem Garten. Auf einmal habe ich ein eigenes Körbchen, eine Matratze auf der ich schlafen kann, ich darf auf das Sofa, es wird viel mit mir geschmust, gespielt und spazieren gegangen. Wenn ich anfangs noch im Haus mein Geschäft erledigt habe (weil ich nicht stubenrein war), wurde nicht mit mir geschimpft, sondern meine neuen Leute sind gleich danach noch mal mit mir raus gegangen. So habe ich gelernt, draussen meine Geschäfte zu erledigen. Das Schöne an meinem Zuhause ist, dass ich überall mit hin genommen werde. Zur Zeit bin ich nämlich noch sehr verunsichert und würde mich verlassen fühlen, wenn man mich alleine ließe. Ich merke dass meine neuen Leute, mit manchen Verhaltensweisen von mir nicht so recht glücklich sind. Wenn es klingelt, Besuch kommt, fremde Menschen mit meinen Leuten auf der Straße reden, regt mich das noch sehr auf und dann knurre ich und belle vor mich hin. Ich weiß aber auch, dass meine Leute mir die Zeit geben mich in alles rein zu finden.

Nicht so schön war, dass ich operiert worden bin. Bei einer Tierarztuntersuchung ist festgestellt worden, dass ich einen bösartigen Tumor habe. Dieser musste ganz schnell operiert werden. Es hat mich zusätzlich stark verunsichert, dass ich jeden Tag in diese Tierarztpraxis musste und ständig an mir rumgefummelt wurde. Seit zwei Wochen muss ich nur noch zweimal wöchentlich in die Praxis. Aber ich spüre, dass meine Leute versuchen mir zu helfen. Ich bekomme dadurch natürlich noch mehr Fürsorge, was mir natürlich sehr gefällt und mir bei meinem Genesungsprozess sehr hilft. Zwischendurch sah es mit meiner Wundheilung nicht so gut aus. Ich habe gemerkt, dass meine Leute darüber sehr traurig waren. Aber mit Hilfe meiner super Tierärztinnen und der Liebe und Unterstützung meiner neuen „Eltern“ habe ich es geschafft. Mein Heilungsprozess geht jetzt voran. Ich bin glücklich, weil sie glücklich sind. Mittlerweile liebe ich mein neues Zuhause sehr und hoffe, dass ich bleiben darf. Zu 90% bin ich sicher…, aber der kleine Rest Unsicherheit bleibt noch. Mit der Zeit bekomme ich aber bestimmt die 100% Sicherheit und dann arbeite ich daran, dass ich meine kleinen Macken besser in den Griff bekomme. So, jetzt wisst ihr alle wie es mir bisher ergangen ist. Macht Euch keine Sorgen. Dem Jack geht es gut. Ich wünsche allen anderen Tieren, die noch im Tierheim sind ebenso viel Glück!!!

Euer Jack


09.02.2008

Aufgrund einer Krebserkrankung mussten wir Jack gleich nach  seinem Ankommen bei uns operieren lassen. Diese Operation hat er letztendlich gut überstanden. Trotz seiner insgesamt schlechten körperlichen Verfassung hat er einen enormen Lebenswillen gezeigt und hat uns mit viel Freude und Liebe beschenkt. Nachdem er bereits letzten  Sommer enorm abgebaut hatte, beschloss er dann doch noch bei uns bleiben zu wollen und hat sich nochmal aufgerafft. Leider mussten wir ihn am 29.12.2007 aufgrund einer erneuten Krebserkrankung (Hautkrebs) einschläfern lassen. Er fehlt uns sehr, da wir in der doch kurzen Zeit eine sehr intensive Beziehung zu ihm aufgebaut haben. Unser Trost ist, dass wir Jack noch eine gute Zeit bescheren konnten – mit allem was ihm  in seinem vorherigem Leben gefehlt hat. Jack ist ein wunderbarer Hund gewesen. Wir haben immer wieder gestaunt, wie sich ein so traumatisiertes Tier noch positiv entwickeln kann – eine wunderbare Erfahrung. Trotz aller Einschränkungen, die wir aufgrund seines Verhaltens anderen Menschen gegenüber (in unserem Nahbereich) hinnehmen mussten, haben wir seine Aufnahme in unserer Familie nicht bereut.

 

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